Mindesthaltbarkeitsdatum – So lange sind Lebensmittel wirklich haltbar

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Nur weil sie abgelaufen sind, sind Lebensmittel noch nicht ungenießbar. Was aber bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum dann? Und was unterscheidet es vom Verfallsdatum? Antworten auf die wichtigsten Fragen.TMN

Der Joghurt riecht gut und sieht aus wie immer – trotzdem wandert der Becher in den Müll. So etwas passiert jeden Tag, in Millionen Haushalten. Der Grund: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten. Den Joghurt hätte man trotzdem noch essen können.Anzeige

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ganz klar kein Verfallsdatum oder Ablaufdatum“, sagt Peter Loosen vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). Trotzdem sind viele Menschen in Deutschland verunsichert. Etwa jeder Zwanzigste wirft Lebensmittel sofort weg, wenn sie abgelaufen sind. Bei den Jugendlichen ist es dem Ernährungsreport 2017 zufolgesogar mehr als jeder Zehnte. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften mindestens behält. Also wie lange Farbe, Geruch, Geschmack und Nährwerte bleiben wie an dem Tag, an dem das Produkt abgepackt wurde – eine richtige Aufbewahrung vorausgesetzt. Daneben geht es darum, dass sich keine schädlichen Keime in der Packung ausgebreitet haben.

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird von den Unternehmen in eigener Verantwortung vergeben“, erklärt eine Sprecherin des Bundesagrarministeriums. Um die Unversehrtheit des Produkts garantieren zu können, müssen die Unternehmen dabei einen Puffer einbauen. „Darum sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegebenen Datums noch genießbar“, sagt Loosen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum?

Wenn ein Lebensmittel statt ein Mindesthaltbarkeitsdatums ein Verbrauchsdatum besitzt, ist deutlich mehr Vorsicht geboten. Erkennen lässt sich dies am Hinweis „Zu verbrauchen bis“ (statt „Mindestens haltbar bis“). Das Verbrauchsdatum ist für Lebensmittel wie Hackfleisch oder frischen Fisch vorgesehen, die leicht verderblich sind. „Hier kann nach Ablauf des Verbrauchsdatums eine Gesundheitsgefahr durch Keime entstehen“, sagt Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Deshalb sollten die Produkte dann nicht mehr gegessen werden.

Welche Lebensmittel halten sich wie lange?

Milch ist der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge in einer ungeöffneten Verpackung noch rund drei Tage nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar. Auch Milchprodukte und Wurst sind ungeöffnet oft noch mehrere Tage haltbar.

Eier können noch bis zu zwei Wochen später verwendet werden – allerdings lieber zum Kochen und Backen und nicht roh, etwa für Nachspeisen wie Tiramisu.Anzeige

Mehl, Reis, Getreide, Kaffee und Nudeln können mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genutzt werden, wenn sie trocken gelagert werden. Dasselbe gilt für Marmelade, Saft, Bier und Wein.

Auf den Packungen einiger lange haltbarer Lebensmittel zum Beispiel bei SalzZucker und Essig muss aufgrund einer EU-Verordnung gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum mehr stehen. Momentan versucht das Bundesagrarministerium, Produzenten dazu zu bringen, bei solchen Lebensmitteln auf die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums zu verzichten, berichtet die Sprecherin des Ministeriums.